Summerer Technologies GmbH & Co. KG Rosenheim. Werkzeugbau - Formenbau

Spitzentechnik für VW-Ökoauto

In einem Punkt gleichen sich der Volkswagen Konzern aus Wolfsburg und die Formenbauschmiede Summerer Technologies aus Schechen: Sie mischen ganz vorn mit. "Es macht uns Spaß, Dinge zu entwickeln, die nur einige wenige weltweit beherrschen. Wir wollen uns durch Spitzenleistung von Mitbewerbern absetzen", sagen Andreas und Franz Summerer von Summerer Technologies. Nun kam der VW-Konzern auf das Unternehmen zu. Für die neue Entwicklung des Zweisitzers XL1, die Wolfsburger Antwort auf das asiatische Elektroauto, werden zur Gewichtsreduzierung leichte Seitenfenster benötigt. "Wir werden liefern", so Franz Summerer, der "strategische Kopf" des Unternehmens.

Werkzeug Fräsmaschine Bearbeitungszentrum DMG DMU340
Sebastian Summerer, geschäftsführender Gesellschafter im Familienunternehmen Summerer Technologies in Schechen, vor einer Fräsmaschine im Bearbeitungszentrum der Firma. Foto schlecker

Schechen - VW überraschte auf der Qatar Motor Show im Frühjahr 2011 mit dem XL1. "Es ist ein Quantensprung hin zum umweltschonenden Auto des 21. Jahrhunderts, heißt es aus dem Konzern. Dieses Auto soll nach dem Willen des Konzernchefs Ferdinand Piech über die reine Prototypenentwicklung hinausgehen. Die Wolfsburger planen eine Kleinserie von rund 50 Stück, ist zu erfahren.

Die Plug-in-Hybridtechnik (Fahrzeug mit Hybridantrieb, dessen Batterie über Stromnetz extern geladen werden kann) erlaube in der Kombination von Diesel- und Elektromotor die optimale Anpassung an die Fahrbedürfnisse, so die Ingenieure von VW. Viel Feinarbeit der Aerodynamiker im Windkanal führte zu weiteren Optimierungen der Karosserie des Elektroautos.

Eine echte Herausforderung war die Gewichtsreduzierung, so Projektleiter Holger Bock: Materialaustausch war angesagt. Werkstoffe, die wegen ihrer Leichtigkeit bereits in der Formel 1 Anwendung finden, werden hier nun zum Einsatz kommen. Insgesamt soll das Fahrzeug mit den eleganten Flügeltüren und der rasanten Optik nur rund 795 Kilo wiegen.

Und hier wird nun auch das Schechener Unternehmen dabeisein. "Wenn alle Scheiben des Autos aus Glas gefertigt würden, wäre es sehr schwer. Zur Gewichtsreduzierung sollen nun von unserem Unternehmen die Seitenscheiben des XL1 aus durchsichtigem Kunststoff gefertigt werden", sagt Franz Summerer. Dank der weltweiten Spitzenposition des Unternehmens im Bereich Glazing, also der Verscheibung mit Polykarbonat, wird das Familienunternehmen das Spritz-/Prägewerkzeug für die Herstellung der Seitenscheiben des XL1 entwickeln. "Wir wurden auch gebeten, die Teile gleich selbst herzustellen und zu liefern", so der Firmenchef. Das Produkt wird leicht, schwenkbar und filigran in der Aufhängung sein, verrät er.

Die Frontscheibe, so der Unternehmer, wird weiterhin aus Glas gefertigt, da Kunststoff noch nicht die Härte und Steifigkeit erreiche, die für die Kräfte, die auf die Front des Autos einwirken, notwendig sind.

Das kleine, aber feine Unternehmen in Schechen hat eine Spitzenposition bei der Entwicklung von Werkzeugen für den Automobilbau und die Fernsehindustrie inne. Im Bereich Glazing, der Verscheibung aus durchsichtigem Kunststoff, ist die Firma Marktführer. Schon mehrfach hat das Familienunternehmen Top-Auszeichnungen bekommen. So wurde Summerer Technologies Gesamtsieger "Werkzeugbau des Jahres 2009", ein Wettbewerb mit internationaler Konkurrenz.


Quelle: Oberbayerisches Volksblatt   Spitzentechnik für VW-Ökoauto   06.08.2011